Sehen Sie hier die Lebensgeschichte einer russischen Prinzessin.
Ist ein Happy End in Sicht?
Hundeabschuss in einer russischen Kleinstadt
In einem kleinen russischen Städtchen lebte neben einer Kantine ein Hunderudel. Aber nicht lange... Achtung! Das Video ist brutal.
Neue Bilder von Schanetschka sind online. Klicken Sie bitte hier. Schanetschka ist wieder gesund und sucht ein neues Zuhause.
Ein Bericht von St. Petersburger Herold (ONLINE)
Tierschutz ist in Russland Privatsache, weil es an wirksamen Gesetzen und bei vielen Menschen an Bewusstsein für einen sorgsamen Umgang mit Natur und Umwelt fehlt.
Erschossen, erschlagen, misshandelt - herrenlosen Hunden droht in Russland ein hartes Schicksal, wenn sie nicht Glück haben und in der Obhut von Tierschützern landen.
Unglaublich aber wahr. Im Tierheim in ul. Dubovaya Roshcha gibt es keine Wasserleitung. Die Wasserversorgung erfoglt über Wassertanks. Im Winter friert das Wasser in Tanks aber ein. Die Tierschützer müssen das Wasser aufwärmen, damit die Hunde wenigsten einmal am Tag etwas zu trinken bekommen. Ein schwieriges Unterfangen bei ca. 500 Hunden und 5 bis 8 Tierschützern, die das Tierheim regelmäßig besuchen. Das festangestellte Personal reicht nicht aus. Die Hunde bekommen Trockenfutter und müssen ihren Durst stillen, indem sie das gefrorene Wasser in Eimern lecken. Bilder
15.12.2009: Schwierige Lage im Tierheim. Das Tierheim in Koschuchowo ist das größte städtische Tierheim in Moskau. Es befinden dort zurzeit ca. 2000 Hunde. Seit August hat sich die Situation dort nichts verändert. Vermittlungen von Hunden sind ohne Angabe von Gründen eingestellt. Besucher und ehrenamtliche Tierschützer lässt man entweder gar nicht rein, oder nur für kurze Zeit und unter Aufsicht. Die Hunde sind zu Geiseln von menschlichen Machtspielchen geworden.
11.12.2009: Laut Wettervorhersage sinken die Temperaturen in Moskau Montag Nacht auf minus 17 Grad Celsius. Hunde sitzen in Tierheimen in offenen Zwingern. Bereits jetzt friert Trinkwasser in Eimern auch tagsüber ein. Viele schwächere und kranke Hunde werden den Winter nicht überleben.
Dezember 2009: Am 12.11.2009 wurde vom Leiter des Departements für Wohnungs- und Kommunalwirtschaft in Moskau A. W. Zybin an Kreisverwaltungen der Stadt Moskau sowie an das Veterinärkomitee der Stadt Moskau der Entwurf der Verordnung des Ersten Stellvertretenden Oberbürgermeisters Moskaus P. P. Birjukow versendet, welche die zurzeit geltenden Regelungen zum Umgang mit Straßentieren in Moskau ändern soll. Im Erläuterungsschreiben zum Verordnungsentwurf heißt es u. a.: „Gegen Ende des Jahres 2009 sind die bestehenden Tierheime mit Tieren überfüllt, die lebenslang gehalten werden sollen aber nicht vermittelbar sind aufgrund des schlechten Adaptationsvermögens, der Aggressivität oder des fortgeschrittenen Alters. Aus diesem Grund besteht die Notwendigkeit der teilweisen Ausmerzung herrenloser Tiere bereits bei der Tierheimaufnahme. […] Infizierte, ältere und aggressive Tiere sollen humaner Euthanasie unterzogen werden. Nach Auffassung des Veterinärkomitees der Stadt Moskau soll die Sterilisation (Kastration) der Tiere erst vor der Übergabe an neue Besitzer stattfinden". In der Dienstverordnung über den Tierfang, Beförderung in Tierheime, Unterhaltung, Erfassung und Registrierung herrenloser Katzen und Hunde in der Stadt Moskau heißt es im Punkt 2: „Der Fang von herrenlosen Tieren wird mit dem Ziel der Beförderung in Tierheime für die veterinäre Begutachtung und Entscheidung über die weitere Verwendung durchgeführt (Aufnahme in Tierheime gesunder Tiere, Unterhaltung, Erfassung und Registrierung, mögliche Übergabe an interessierte Einrichtungen, neue Besitzer, sowie ggf. humane Euthanasie (kranker, älterer, aggressiver Tiere und Welpen im Alter unter 1,5 Monaten) mit nachfolgender Verwertung).
Unser Kommentar:
Moskau war bis jetzt die einzige russische Stadt, wo auf Tötungen herrenloser Tiere zumindest zum Teil verzichtet wurde. Die bisherigen Regelungen sahen vor, herrenlose Tiere in städtischen Tierheimen lebenslang und in privaten Tierheimen 6 Monate lang zu unterhalten. Obwohl diese Regelungen nicht immer eingehalten wurden und die Presse immer wieder von Massentötungen von Tieren aus städtischen Tierheimen berichtete, proklamierte Moskau zumindest auf dem Papier einen humanen Umgang mit diesem Problem.
Und was geschieht jetzt? Man versteckt sich zwar hinter den schönen Wörtern „humane Euthanasie“, die Wirklichkeit soll aber folgendermaßen aussehen. Über neueingefangene Tiere wird innerhalb von wenigen Tagen entschieden werden müssen ob sie aggressiv oder nicht und bzw. krank oder gesund sind. Wer soll diese Entscheidungen treffen, wenn Tierärzte in Tierheimen eine „Mangelware“ sind? Nicht zu vergessen ist der Stress, dem Tiere während des Einfanges ausgesetzt sind. Das Einfangprocedere ist alles Andere als human. Die Sterilisation wird erst vor der Übergabe an neue Besitzer durchgeführt. Das heißt, dass Tiere in Tierheimen sich unkontrolliert vermehren können und Welpen im Alter unter 1,5 Monaten „human“ eingeschläfert werden.
November 2009: Es gibt unter uns Kreaturen, die es nicht wert sind, Menschen genannt zu werden. Einer Hündin namens Schanetschka hat man die Schnauze mit Klebeband zugebunden. Mehrere Tage oder sogar Wochen hat sie so auf der Straße verbracht, bis andere Menschen ihr geholfen haben. Auch nachdem das Klebeband entfernt wurde, konnte Schanetschka das Maul nicht aufmachen, weil das Klebeband bereits bis auf die Knochen in die Haut eingefressen war. Darüber hinaus hat man bei ihr Knochenbrüche und Nierenversagen diagnostiziert. Dutzende von Menschen hat das traurige Schicksal der Hündin bewogen. Die Tierklinik, wo Schanetschka mehr als ein halbes Jahr verbracht hat, hat keinen Pfennig dafür berechnet. Ein menschlicher Schönheitschirurg hat die Hündin kostenlos operiert. Trotz ihres schrecklichen Schicksals hat Schanetschka das Vertrauen zu Menschen nicht verloren. Bald wird sie die Klinik verlassen und hofft sehr auf ein schönes Zuhause. Mehr Bilder von Schanetschka können Sie hier sehen.
November 2009: Tierschützer berichten über die angespannte Lage im städtischen Tierheim in ul. R.Sorge in Moskau. Zur Zeit befinden sich dort mehr als 70 Welpen im Alter unter 3 Monaten. Wegen mangelnder Hygiene ist die Krankheits- und Sterblichkeitsrate sehr hoch. Tierschützerin Alexandra schildert nach dem freiwilligen Einsatz im Tierheim im Essay "Der Stall des Augias" ihre Eindrücke. Mehr Bilder dazu können Sie hier sehen.
August 2009: Eine absurde und gleichzeitig tragische Situation besteht im Tierheim Koschuchowo in Moskau. Die Tierheimleitung treibt Willkür. Besucher und ehrenamtliche Tierschützer werden nicht reingelassen. Fotografieren ist verboten. Unter unterschiedlichen Vorwänden sagt man Vermittlungen ab. Das Tierheim in Koschuchowo ist das größte städtische Tierheim in Moskau. Es befinden dort zurzeit ca. 2000 Hunde.